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Labdanum - Räucherpflanze und Anwendung

Botanischer Name  
Cistus cretius (L.) Heyw.
Cistus ladanifer L.
Familie        
Cistaceae - Cistrosengewächse

Inhaltsstoffe

Harz, Gerbstoffe und ätherisches Öl. Über das ätherische Öl der Cistrose lesen Sie in der Enzyklopädie der Düfte.

Über den Wohlgeruch

Die grauweiß behaarte kretische Cistrose ist ein bis zu 130 Zentimeter hoher Busch. Im Frühjahr trägt sie zarte, große rosa oder gelbliche Blüten, die jenen der wilden Heckenrose gleichen. Im Hochsommer läßt die Sonne aus den Blättern eine harzige Substanz fließen; es sieht aus, als schwitze die Pflanze.

In antiken Zeiten wurde das Labdanum gewonnen, in dem man Ziegenböcke in die Sträucher trieb und das Harz aus dem Bart der Tiere herauskämmte und wieder in Stücke zusammenpresste. Heute gewinnt man das Labdanum indem man die Cistrosenbüsche maschinell aberntet und das Pflanzenmaterial extrahiert. Das Ergebnis ist das Labdanum, wie wir es aus dem Handel kennen, dunkelbraun bis tiefschwarz und vor allem eine sehr klebrige Masse.

Nach einer alten Methode gibt es aber noch eine zweite Gewinnungsmethode. Das Labdanum wird mit einem Ladanisterion (einer Art Rechen an dem lange Lederstreifen befestigt sind) gesammelt. Hierzu wird das Ladanisterion über die Büsche gezogen. Dies ist eine Gewinnungsmethode, die leider nur noch von ganz wenigen Bauern praktiziert wird. Das Ergebnis ist aber etwas ganz anderes. Das Labdanum aus dieser Gewinnungsmethode hat keinen ganz so intensiven fruchtigen Duft, wie das extrahierte. Er ist wesentlich feiner, sinnlicher und balsamischer und es klebt überhaupt nicht. Man kann das hellbraune Harz ganz einfach nehmen und für seine Räucherungen portionieren.

Das Labdanum mit der besten Qualität stammt aus Kreta und hat einen ambraähnlichen Duft. Meist kommt es jedoch aus Spanien, Frankreich oder Marokko.

Von der Heilwirkung des Labdanums

Labdanum wurde bei Erkältungen verräuchert und in den Pest-Zeiten verräuchert.

Labdanum zum Räuchern

Das Labdanum überzeugt mit einem sehr fruchtigen, balsamischen und Wohlgeruch, der sich nach einer Räucherung noch lange im Raum hält.

Aber bei der Anwendung gibt es einige Regeln zu beachten, denn je wärmer das Labdanum wird, desto klebriger wird es. Meist wird es in Reagenzröhrchen verkauft. Um es heraus zu bekommen, stellt man es in ein Wasserbad mit heißem Wasser (große Tasse), das Labdanum verflüssigt sich und kann so problemlos, aber flüssig entnommen werden. Am Besten tropft man es auf eine Folie und lässt es wieder fest werden. Zur besseren Handhabung für das Zubereiten einer Räuchermischung gibt man es vorher ca. 1 - 2 Minuten in das Tiefkühlfach.

Dies gilt auch für die lose verkauften Harzstückchen, die sich gekühlt problemlos aus dem Tütchen entnehmen lassen. Falls etwas an den Händen kleben bleibt, entfernt man es mit einem fetten Pflanzenöl (z.B. Sonnenblumen- oder Olivenöl).

Labdanum kann unsere inneren Pforten aufschließen und dringt tief in unser Unbewusstes und weckt dort Erinnerungen, Bilder, Gefühle und Stimmungen. Sein warmer Rauch lässt uns wieder zu unseren Wurzeln und in die eigene Mitte kommen. Dabei erdet es uns, wenn wir den Boden unter unseren Füßen zu verlieren drohen und bietet unseren überreizten Nerven Schutz vor weiterer Überforderung.

Labdanum ist eine schöne Zutat für eine Anrufungszeremonie, die uns helfen kann, Geist und Herz miteinander zu verbinden. Denn nicht immer ist das, was wir in unserer geistigen Klarheit für richtig erachten das, was unser Herz zum singen bringt. Dann kommen wir in einen Zwiespalt, welcher Weg der richtige ist. Und gerade das Labdanum lässt uns die Sprache unseres Herzens und unserer Seele ausdrücken. Es gibt uns auch die Kraft und das Vertauen, dass manche Dinge richtig sind, so wie sie sind.

In stressigen und hektischen Zeiten wirkt es beruhigend und entspannend. Labdanum bringt Klarheit und Wachheit in unsere Gedanken und so können wir uns über die Gründe des Stresses bewusst werden. Sind uns diese Mechanismen bewusst geworden, können wir gezielt Arbeitsprozesse und Situationen ändern, um wieder mehr Raum für uns zu haben.

Kein Räucherharz wird so mit Genuss und Sinnlichkeit zusammengebracht, wie das Labdanum. Schon die alten Ägypter nutzten es als wichtige Zutat in der Kyphi-Mischung, die, wie Plutarch berichtete "den Menschen in den Schlaf wiegen, angenehme Träume verursachen und die Sorgen des Tages vertreiben kann". So sorgt das Labdanum für Entspannung, Balance und Wohlbefinden.

In Liebeszaubermischungen öffnet es unsere Sinne und unser Herz und beflügelt die Phantasie und Kreativität. Es war Aphrodite, der Liebesgöttin der erotischen und sinnlichen Liebe, geweiht. Labdanum fördert auch das Erleben der eigenen Sinnlichkeit, aus der sich unsere innersten Kräfte und vor allem unser Selbstbewusstsein wieder aufbaut. So kann es unsere erotischen Schwingungen freisetzen, die Sinne wieder wachrütteln und wir können tief in die Welt der genussvollen Liebe eintauchen. Besonders schön ist sein Rauch in orientalischen Liebeszaubermischungen die die Tausend und erste Nacht heraufbeschwören.

Astrologische Zuordnung

Labdanum ist im Tierkreiszeichen dem Stier zugeordnet. Menschen dieses Zeichens können das Leben genießen und viele Dinge hegen und pflegen, sie schätzen ihr Geld, Gut und Werte und haben Sinn für Ästhetik. Und so kann eine Stierräucherung dazu beitragen, dass wir uns unseres inneren und äußeren Reichtums bewusst werden, die eigenen Werte erkennen und die sinnlichen Seiten wieder entdecken können.

Labdanum gehört zu den Räucherpflanzen der Venus. Es unterstützt unseren Sinn für Ästhetik, Schönheit und Harmonie, lässt uns unvoreingenommen auf Menschen und Situationen zugehen und verbindet uns mit den Kräften der Venus. Die Venus steht für die zwischenmenschlichen Beziehungen, die Erotik und das Eintauchen in die Sinnlichkeit. Sie ist das Symbol der Liebe, der Harmonie und das erotische weibliche Prinzip. Eine Venusräucherung kann dazu beitragen, dass wir wieder genießen, unsere Sinnlichkeit erleben und mehr Nähe zu anderen Menschen oder unserem Partner wieder zulassen.

Rituelle Anwendung

Das Labdanumharz war in der antiken Welt ein wahrer Exportschlager. Und selbst im Alten Testament wird über den Verkauf von Labdanum nach Ägypten durch die Ismaeliter berichtet. In Ägypten wurde er zum Genießen verwendet, die Hebräer benötigten Labdanum für ihren Tempelweihrauch und die griechisch-orthodoxe Kirche verwendete es in Kirchenmischungen. Auch der Kardinalsweihrauch, eine Räuchermischung der Kirche aus dem Mittelalter, bestand aus Labdanum, Kalmuswurzel, Styrax und Myrrhe.

Im antiken Kreta war es der Lieblingsrauch der kretischen Frauen und wurde in den beliebten Bädern verräuchert. Und auch in der Kosmetik wurde das Labdanum verwendet. So war es Bestandteil der berühmten Dekolletécreme mit der die Kreterinnen ihren offen getragenen Busen parfumierten.

Räuchermischungen für die Seele

Chypre

2 Teile Labdanum
1 Teil Styrax
1 Teil Benzoe
1 Teil Kalmuswurzel

Styrax und Benzoe im Mörser zerkleinern, Kalmus feinreiben, alles mischen und das Labdanum dazukneten, daraus kleine Kügelchen formen und diese verräuchern. Ein wohlduftender Rauch, welcher dem Parfüm seinen Namen gab.

 

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Alraunelinie

Labdanum im Satureja-Shop

Labdanum 10 g

Labdanumöl 1 ml (Ätherisches Öl aus dem Cistrosenharz)

Cistrose bio 5 ml

Cistrosen bekommen Sie in der Gärtnerei Rühlemann und bei www.flora-toscana.de.