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Muskatnuss und -blüte -  Räucherpflanze und Anwendung

Botanischer Name     
Myristica fragrans
Familie                          
Myristicaceae - Muskatgewächse

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl, Eiweiß und Stärke. Das ätherische Öl besteht aus Monoterpenen, Monoterpenolen, Phenolen und Phenylethern. Über das ätherische Öl der Muskatnuss lesen Sie in der Enzyklopädie der Düfte.

Über den Wohlgeruch

Der Muskatnussbaum stammt ursprünglich aus Indonesien und ist heute in allen tropischen Zonen verbreitet. Er wird bis zu 20 m hoch und trägt das ganze Jahr über Früchte. Man gewinnt von ihm die Muskatnüsse, den Samenmantel, auch Macis oder Muskatnussblüte genannt und das ätherische Muskatnussöl. Die Nüsse werden getrocknet und gekalkt, was dem Schutz vor Insektenbefall dient. Die Muskatblüte wird nach der Reife der Früchte vom Samen abgezogen und ebenso getrocknet. Dabei wechselt die ursprünglich rote Farbe in ein warmes Gelb über. Das ätherische Öl wird durch Wasserdampf-Destillation gewonnen.

Die bereits gemahlene Muskatnuss verliert sehr schnell ihr Aroma. Aus diesem Grund sollte man Muskatnüsse nur ganz kaufen und die benötigte Menge selbst reiben. Die Macis oder Muskatblüte kann dagegen problemlos gemahlen aufgehoben werden.

Muskatnuss und –blüte sind seit dem 16. Jahrhundert sehr begehrte Gewürze, die auch eine berauschende und anregende Wirkung auf unser Liebesleben haben.

Von der Heilwirkung des Muskats

Im Ayurveda und in der traditionellen indonesischen Medizin spielt die Muskatnuss eine wichtige Rolle. So wird sie bei Magenschmerzen, -krämpfen, Rheuma und Nervosität, Schlafstörungen und zur Beruhigung verwendet. In früheren Zeiten wurde Muskatnuss aber auch als Abtreibungsmittel mißbraucht.

Als Gewürz verwendet regt sie die Gallenproduktion an und gibt so fetten Gerichten eine bessere Bekömmlichkeit.

Muskat zum Räuchern

Die geriebene Muskatnuss darf nur in geringsten Mengen verräuchert werden, da eine Überdosierung zu Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen und Übelkeit führen kann. Eine schwächere Wirkung und einen viel feineren Rauch hat aber die Muskatblüte. Ihr Rauch ist sehr aromatisch, würzig und fruchtig und gibt vielen Mischungen den harmonischen Touch.

Muskatnuss ist ein bewusstseinserweiternder Räucherstoff. So schreibt Günter Ohloff in seinem Buch "Irdisch Düfte - Himmlische Lust" (Seite 161): Safrol, Elemicin und Myristicin besitzen nachweislich eine psychotrope Wirkung, die an die Eigenschaften des Mescalins erinnert und von leichten Bewusstseinsveränderungen bis zu intensiven Halluzinationen reicht. Tatsächlich konnte der Nachweis erbracht werden, dass sich diese Inhaltsstoffe in der Leber in Derivate des Amphetamins umwandeln." Bereits Hildegard von Bingen hat diese Wirkung in ihrer "Physica" beschrieben. So können zwar Visionen erzeugt werden, aber ein Dauergebrauch kann auch zur Sucht und Abhängigkeit führen.

Muskat ist eine magische Räucherpflanze, mit der man die innersten Kräfte, Rituale und Handlungen unterstützt. In früheren Zeiten war es üblich Rituale mit Beschwörungen, Handlungen und Zauberformeln einen großen Rahmen zu geben und damit das Ganze zu etwas besonderem werden zu lassen. Magie dient dem Zweck, einen Wunsch zu erfüllen, etwas zu erbitten und in der Realität greifbar manifestieren zu lassen. Hier geht es darum Dinge zum Wohle aller Menschen Wirklichkeit werden zu lassen. Nur die schwarze Magie versucht mit Manipulation zu arbeiten, mit bösen Wünschen oder Handlungen, die gegen andere gerichtet sind. "Weiße Magie" wird auch heute noch im Mentaltraining oder NLP gelehrt, wo es um die Wunscherfüllung zum Wohl der Allgemeinheit geht.

Zum Orakeln eignet sich eine Muskaträucherung hervorragend. Orakel wie Tarot, I-Ging, Runen oder auch Pendeln sind aber nicht dazu geeignet unsere Zukunft zu erkennen. Vielmehr können wir mit ihrer Hilfe zu mehr Selbsterkenntnis gelangen, um unsere Ziele im Leben besser wahrnehmen zu können. Nicht umsonst war in die Eingangsportale des berühmten Orakels von Delphi die Worte gemeißelt "Erkenne Dich selbst".

Er wurde schon immer für Visionsräucherungen verwendet, aber nicht, um schöne Träume zu erleben, sondern um Klarsicht darüber zu erlangen, welchen Weg wir in unserem Leben einschlagen müssen, um spirituell weiterwachsen zu können. Muskat kann unsere Intuition vertiefen und unser altes inneres Wissen ins Bewusstsein bringen und in Visionen neue Möglichkeiten aufzeigen.

Aber nicht nur geistige Klarheit, sondern auch Konzentration, Wachheit und den Blick auf das Wesentliche können wir mit Muskat unterstützen. Für solche Räucherungen wird er dann mit entsprechenden Räucherpflanzen, wie Zeder, Mastix, Weihrauch, Eisenkraut und Copal gemischt.

Aber auch als Liebespflanze hat er einen besonderen Stellenwert und ist Bestandteil vieler Liebesräucherungen, da Muskat aphrodisische Qualitäten hat. In Liebeszaubermischungen aus 1001 Nacht verleiht sie den orientalischen Flair und unterstützt Sinnlichkeit, Kraft und Ausdauer.

Astrologische Zuordnung

Muskat gehört zu den Räucherpflanzen des Merkurs. Er unterstützt unsere logischen und analytischen Fähigkeiten, lässt uns unvoreingenommen auf Menschen und Situationen zugehen und verbindet uns mit den Kräften des Merkur. Der Merkur steht für das Denken, Kommunizieren mit anderen und das Lernen von neuen Fähigkeiten. Er ist das Symbol für den Verstand, die Vernunft, den Intellekt und die Logik. Nicht umsonst war Merkur in der griechischen Mythologie der Götterbote, der Botschaften zwischen den Göttern und Menschen vermittelte. Eine Merkurräucherung kann dazu beitragen, dass wir uns besser mit unseren Mitmenschen verständigen können, sachlicher argumentieren und unser Gelerntes zielsicher einsetzen können.
 

Die Zuordnung des Muskat im Tierkreiszeichen ist der Zwilling. Menschen dieses Zeichens leben im Hier und Jetzt und sind voller Lebendigkeit und Offenheit. Sie durchschauen mühelos selbst verzwickte Situationen und können sofort Vor- und Nachteile erkennen. Sie sind vielseitig interessiert, kontaktfreudig, flexibel und neugierig. Und so kann eine Zwillingsräucherung dazu beitragen, dass wir offen und ohne Vorurteile auf neue Bekanntschaften und Menschen zugehen, geistige Klarheit über die vielen Vor- und Nachteile von Situationen erlangen und uns im Hier und Jetzt verankern können.

Rituelle Anwendung

Muskatnuss ist nicht nur ein geheimnisvolle und magische Pflanze, mit der man die bösen Geister vertreiben kann, sondern gehört zu den ältesten Gewürz- und Aromapflanzen der Menschheit. Bereits Plinius beschrieb die Wirkweisen der Muskatnuss, aber erst im 11. Jahrhundert kam sie über Arabien zu uns. Dabei wurde sie mitunter teurer als Gold gehandelt und in speziellen Gefäßen aus Silber aufbewahrt.

Die Muskatnuss findet in Indien als Aphrodisiakum Verwendung und war in antiken Zeiten ein Exportschlager, der nach Rom und Griechenland ausgeführt wurde. Günter Ohloff schreibt in seinem Buch "Irdische Düfte - Himmlische Lust" (Seite 160): "In dem ältesten Hindu-Dokument wird Muskatnuß als "mada shaunda" die narkotische Frucht beschrieben. In Tibet heißt sie "König des Weihrauchs", denn die Inhalation ihrer verdampften Geruchsstoffe soll sich als ein wirksames Heilverfahren bei Geisteskrankheiten erwiesen haben. Bei der kultischen Verehrung des Medizin-Buddhas an heiligen Stätten des Lamaismus wird seiner Statue Muskatnuss als Symbol des Geruchs und Zucker oder Obst für den Geschmack dargebracht."

Räuchermischungen für die Seele

Orientalischer Garten

½ Teil Muskatblüte
1 Teil Cardamom
1 Teil Sandelholzpulver
1 Teil Rosenblüten
1 Teil Damiana

Cardamom im Mörser zerstossen, Muskatnuss auf einer Reibe feinreiben, Rosenblüten und Damiana zwischen den Handflächen zerreiben und das Sandelholzpulver darübergeben. Ein fein-würziger Rauch, der uns in einen orientalischen Lustgarten versetzt. Seine Schwingungen stimmen uns erotisch, öffnen das Herz und lassen die liebenden Herzen verschmelzen.

 

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