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Das Parfum – ein Rausch der Sinne

Duftthema August/September 2009

 

Ein Duft – der die Sinne betört, uns träumen und Erinnerungen wach werden lässt. Die Werbung lässt hier kein Klischee aus, um mit wundervollen Landschaften, Models, Farben und Blumen die Kauflust zu steigern. Ebenso, der meist überaus kunstvoll gestaltete Flacon, der im Badezimmer alle Blicke auf sich zieht. Dennoch der Traum im Flacon existiert nicht mehr. Die Zutaten eines Parfums sind leblose Materie. Hier ist nichts mehr, was Charisma versprüht und unsere Stimmung beeinflussen kann.

Wir werden mit wunderschönen Fruchtnoten von reifen Pfirsichen, Äpfeln, Erdbeeren, Mangos, Feigen und Bananen betört, die, wie Geißblatt, Flieder oder Gardenie in einem sterilen Chemielabor erzeugt wurden. Denn diese Düfte lassen sich nicht auf natürliche Weise einfangen. Und die verwendeten ätherischen Öle müssen laut den unterschiedlichen Kosmetikverordnungen dieser Welt verändert werden, um in Parfums Eingang zu finden. Darunter fallen alle Zitrusöle, die in den allermeisten Parfums die Kopfnote bilden.

Denn Zitrusöle sind photosensibilisierend, d.h. die Haut wird nach dem Auftragen lichtempfindlicher und phototoxische Reaktionen, wie Verbrennungen sind die Folge. Man weiß aus der Anfangszeit der Naturparfums, wo es aufgrund des hohen Zitrusanteiles zu unzähligen Fällen von phototoxischen Verbrennungen kam. Da die Zitrusöle zwar in guter Qualität, aber einfach nur zu hoch dosiert waren.

Die industrielle Parfumherstellung

Der Parfumeur heutzutage arbeitet mit 3.000 unterschiedlichen Düften, die bis auf ca. 240 naturreine Düfte, allesamt synthetischer Abstammung sind. Er ist ein Chemiker, der seine Nase mit der Unterscheidung von Bezeichnungen, wie Acetylcedren (für einen warmen Holzton), Isocamphylcyclohexanol (Sandelholzersatz) oder cis-Jasmon (an Jasmin und Kirschblüten erinnernd) trainiert und aus diesen synthetischen Duftbausteinen seine Kreationen komponiert. Das fertige Produkt kommt anschließend unter dem Namen eines Modeschöpfers, Schauspielers oder anderen Berühmtheiten in den Handel. Die Werbung nutzt die bildliche Abbildung der Pflanzen und ein paar wunderschöne Textzeilen, um Lust auf genau diesen Duft zu machen. Der eigentliche Schöpfer der Kreation allerdings, der Parfumeur, bleibt anonym.

Und so wie die Gewinnung der synthetischen Duftbestandteile von sich geht, nimmt auch die Rohstoffgewinnung von ätherischen Ölen keinen Raum mehr ein. Denn chemische Nachbauten sind wesentlich günstiger als eine angebaute Pflanze und da ätherische Öle eh verändert werden müssen, sind auch die Anbaubedingungen für die Rohstoffe dementsprechend. Es wird intensive Landwirtschaft betrieben mit Düngemitteln, Pestiziden und Gentechnik.

Und so sind auch die Erzeugnisse. Ein Parfum aus dem Chemielabor lebt nicht. Es besitzt keine Ausstrahlung und Energie, kann keine Stimmung erzeugen, keine Neurotransmitterproduktion ankurbeln, die für unser Wohlbefinden verantwortlich ist. Da aus nur wenigen chemischen Bausteinen ein Duft entsteht, für den die Natur viele hunderte Duftmoleküle benötigt. Ein Beispiel ist hier das Rosenöl, das sich chemisch bereits aus vier Bausteinen nachahmen lässt, aber die Natur ca. 450 unterschiedliche Bausteine dazu benötigt.

Die Parfumeuere vergangener Zeiten besaßen ein Repartoir von ca. 240 rein pflanzlichen Düften. Die hohe Kunst der Komposition ergab sich aus den Kreationen, die individuell auf die Trägerin oder den Träger maßgeschneidert wurden. So wurde das Charisma des Trägers vorteilhaft unterstrichen. Und dies können wir uns zu Nutze machen.

Ein individuelles Parfum

Denn mit einem individuellen Parfum, das nur uns gehört, steigern wir unser Charisma, unsere Botschaft, unseren Stil und vor allem unsere Einzigartigkeit, das uns von anderen Menschen unterscheidet. Und da kann die Werbebotschaft noch so schön, die Fotos von Models und Botschaften noch so raffiniert sein, nur unser individuelles Parfum geht auf alle unsere Vorlieben ein und gibt diese positiv an unsere Umwelt weiter. Ein solches Parfum lässt uns seelisch, spirituell und geistig weiterwachsen. Denn die naturreinen Düfte greifen sehr intensiv in unsere Lebensbereiche ein. Sie lassen uns schöpferischer, phantasievoller und inspirierender werden.

Ein solches Parfum gibt uns Geborgenheit und Vertrauen und lässt uns gleichzeitig unsere Grenzen überschreiten. Wir können unseren inneren Reichtum entdecken und neue Landschaften erschließen. Wir werden mutiger, unsere Selbstwertgefühl wird gestärkt und wir haben eine duftende Energiequelle, aus der wir schöpfen können. Naturreine Düfte leben – sie tragen Energiefelder mit sich, die uns kontinuierlich aufbauen, stärken und weiterwachsen lassen.

Wie gestalten wir Düfte zu einem Parfum?

Ein Maler lässt aus unzähligen Farben ein Bild entstehen, wie der Musiker aus unzähligen Tönen eine Komposition. Für ein Naturparfum verwenden wir naturreine und nicht veränderte ätherische Öle. Das allerwichtigste ist, sich über die Stimmung Gedanken zu machen, für welche Gelegenheit genau dieser Duft sein soll. Denn Düfte sind Stimmungen. Wie ein Maler seine Farben aus seiner Stimmung heraussucht oder der Musiker ein heiteres, melancholisches oder berauschendes Werk schafft, so besteht auch der Duft aus Stimmungen.

Und diese Düfte müssen zum Träger passen. Ein schüchterner Mensch wird nicht mit einem herausfordernden Parfum glücklich werden, aber eine auf ihn zugeschnittene Parfumkreation wird ihn mutiger und selbstbewusster machen. So müssen wir uns von unserer Nase und Seele führen lassen.

Das wichtigste Handwerkszeug sind Riechstreifen und die ätherischen Öle, die wir gut riechen können. Wir benötigen keine Hundert Düfte um ein Parfum zu kreiern. Für einen sehr gut komponierten Duft reichen 5 – 10 ätherische Öle aus.

Wie gestalten wir also einen solchen Duft? In dem wir uns Gedanken machen, über die Stimmung oder ein Thema. Der Maler besitzt ein Motiv, das er mit Farben auf die nackte Leinwald malt und der Musiker schreibt seinen Song mit Noten und Texten. Was assoziieren wir damit? Ein Beispiel wäre ein Parfum, das uns über den Tag begleitet und unsere Seele zum Himmel erheben lässt. Da haben wir schon das Grundthema – die Sonne. Denn wir wollen ein Parfum über den Tag und am Tag scheint die Sonne, der Himmel ist blau und und wir können die Wärme der Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. Fangen wir also mit den sonnigen Düften an. Welche assoziieren Sie damit? Denn hier fängt die Auswahl schon an. Mögen Sie lieber herbe Zitrusdüfte, wie Bergamotte, Mandarine grün oder Grapefruit oder lieber die warmen Zitrusdüfte, wie Mandarine rot oder Orange? Oder denken Sie hier gar nicht an Zitrusdüfte?

Oder bei einem Duftthema, welches wir aus unseren Erinnerungen einfangen möchten, gebannt in einen kleinen Flakon. Urlaubserinnerungen, z.B. an eine Küste oder Strand oder Dschungel oder ein bestimmtes Museum oder eine ausgelassene Shoppingtour. In welchem Land waren Sie? Wie hat das gerochen und vor allem was hat gerochen? Lassen Sie die Duft- und Pflanzenwelt oder die Atmosphäre vor Ihrem inneren Auge vorübergleiten. Und lachen Sie jetzt nicht, wenn Sie an ein Museum oder eine Shoppingtour denken – es gibt keine Welt ohne Geruch. Nichts auf dieser Welt kann ohne Geruch exisitieren. Und wir sind immer irgendwelchen Gerüchen ausgesetzt.

Und wenn Sie Ihr Thema oder Ihre Stimmung gefunden haben, machen Sie sich dazu Notizen und überlegen Sie welche Düfte wohl dazu passen könnten. Besonders wenn Sie für jemand anderen einen Duft komponieren. Dann muss zu Ihren Notizen schon kommen, welche Duftvorlieben dieser Mensch hat und wie gut Sie Ihn kennen. Ist das ein introvertierter Mensch oder ein ausgelassenes Energiebündel. Wenn Sie schon eine große Auswahl an ätherischen Ölen haben, dann können Sie gleich auf die Schnupperreise gehen und eine Vorauswahl treffen.

Die wichtigste und erste Grundregel kennen Sie schon, aber....

Bestimmt haben Sie schon erlebt, dass Mischungen einfach nicht schön geworden sind. Sie riechen im ersten Moment verlockend, verführerisch, wunderschön, aber nach vier Wochen wird aus dem Duftrausch etwas labriges, modriges – ein Duft, wie alte Socken. Das kommt daher, weil man die wichtigste Grundregel der Duftkomposition nicht in Betracht gezogen hat:

Ein unwiderstehliches Parfum besteht aus einer Kopf-, Herz- und Basisnote.

Dies können Sie in jeder Literatur nachlesen. Trotzdem schauen Sie sich mal die unzähligen Mischungsvorschläge bewusst an, die Sie in Büchern oder im Internet finden oder die Sie selbst kreiert haben. Es fehlt oft immer ein Teil dieser Grundregel und somit auch ein Teil der ganzheitlichen Sichtweise.

Eine einfache Arbeitsweise besteht z.B. darin, sich zu der Mischung dazu zu schreiben, was die Kopf-, Herz- und Basisnote ausmacht und Aromaprofis können einfach noch die biochemische Hauptausrichtung der verwendeten ätherischen Öle dazu schreiben. Dies ergibt oft sehr gute Aha-Effekte und dient auch dazu, synergistische Mischungen besser herzustellen.

Haben Sie Ihre Auswahl an ätherischen Ölen getroffen, dann ordnen Sie diese den Kopf-, Herz- und Basisnoten zu. Denn nur das Zusammenspiel aus diesen drei Noten ergibt eine harmonische und interessante Mischung.

Dabei folgt der Dreiklang einem alten alchemistischem Prozess und der Parfumeur vergangener Zeiten baute seine Duftorgel darauf aus.

Die Kopfnote

Die Kopfnote drückt das Geistige aus und die Inhaltsstoffe der Kopfnoten sind die Düfte, die direkt auf unseren Geist einwirken. Es sind die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle, die Konzentration, Trance, Meditation, Visualisierungen fördern und uns aktivieren. Sie regen unseren Geist an sich zu öffnen, zu stimulieren oder zu entspannen.

Kopfnoten, das wissen wir, verfliegen leicht. Sie sind die erste Wahrnehmung in unserem Duft und machen uns neugierig auf das, was noch kommt.

Die Herznote

Die Herznote berührt uns, es ist die Seele, die hier angesprochen wird. Es sind die Düfte, die durch ihre Inhaltsstoffe, uns sinnlich stimmen, die erotische Komponente beinhalten, uns harmonisieren, sie bringen uns in unsere Mitte und lassen entspannen. Ebenso regen sie unsere schöpferischen Kräfte und unsere Phantasie an.

Die Herznote ist die Mitte in einem Parfum. Denn sie ist nicht so schnell verflogen wie die Kopfnote und doch nicht so langsam wie die Basisnote. So wie uns diese Düfte harmonisieren und in die Mitte bringen, so ist die Herznote das Mittelstück unseres Parfums.

Die Basisnote

Die Basisnote entspricht dem Körper. Er reagiert am langsamsten. Denn wenn die Botenstoffe ausgeschüttet werden, die Hormonproduktion anspringt, benötigt der Körper am längsten zur Reaktion, während Seele und Geist sehr schnell davon profitieren. Die Basisnote brauchen wir dringend zur Erdenhaftung. Sie gibt uns Geborgenheit und Sicherheit. Und nur, wenn wir über diese Sicherheit verfügen, dann kann unser Geist und unsere Seele fliegen. Und so entsprechen die Inhaltsstoffe der ätherischen Öle auch den Basisnoten, sie sind die Grundlagen zur körperlichen Entspannung, sie lassen uns ausgleichen und den Boden unter den Füßen wiederfinden. Gerade die Basisnoten lassen uns in stressreichen Tagen wieder zu uns selbst finden.

In einem Parfum sind die Basisnoten, die Düfte fixieren oder Kopfnoten am schnellen verflüchtigen hindern. Sie begleiten uns, bis sich das Parfum auf unserer Haut aufgelöst hat.

Wenn wir uns das Grundprinzip der Kopf-, Herz- und Basisnote zu eigen machen, können wir dieses Prinzip auch auf jede andere hergestellte Mischung und aromatherapeutische Mischungen übertragen. Heraus kommen wundervoll wirkende Körperöle, die nicht nur Wirkweisen für die unterschiedlichen Beschwerden vereinen, sondern, die auch echte Dufterlebnisse sind.

Zweite Grundregel – kein Duft ohne Würze

Im Mittelalter galten die Gewürze als Brücken zum Paradies. Und selbst bei den Parfums sind sie das Salz des Lebens oder die Würze zur Perfektion. Denn manchmal fehlt ein ganz bestimmter Akkord oder Duft. Dies können wir dadurch ergänzen, indem wir den Gewürzen dann einen breiten Raum geben.

Koriandersamen, Cardamom, Pfeffer und Muskatnuss sind für mich ganz hervorragende Abrundungen, wenn irgendetwas in der Mischung fehlt. Bei den mediterranen Düften kommt oft ein Rosmarin, eine Wacholderbeere oder ein Thymian zum Tragen. Linaloeholz oder Rosenholz sind hervorragend geeignet, wenn ich in der Basisnote unschlüssig bin. Es sind die Düfte, die zu fast allen anderen Düften passen, Mischungen harmonisieren und ihnen die Raffinesse geben.

Dritte Grundregel – Die Duftstärke

Warum muss ein Parfum ziemlich stark riechen? Ist es das, was unsere Vorstellungskraft von einem Parfum ist? Eine sehr konzentrierte wohl riechende, aber unglaublich wahrnehmbare Duftwolke?

Eigentlich mögen wir es ja überhaupt nicht von Duftwolken umgeben zu sein. Bestimmt kennen Sie das auch: Sie sitzen z.B. im Theater und sind umgeben von Duftwolken aus der gerade angesagten Hitliste der Parfums, weil jeder Besucher, der um Sie herum sitzt, meint, er müsste ausgerechnet heute Abend seine eigene Duftvorstellung geben. Oder Sie gehen z.B. im Büro einen Flur entlang und haben eine sehr klare und vorstellbare Duftwolke in der Nase, die von Ihrem Kollegen XY kommt, der zwar nicht mehr sehbar, aber sein Parfum sehr wohl noch riechbar ist. Und in Gedanken bemitleiden Sie Ihre Kollegin, die mit ihm das Zimmer teilt.

Es ist kleiner Unterschied zwischen Duftbelästigung und wirklich gut riechen. Denn ein gutes Parfum ist nicht aufdringlich und so wahrnehmbar deutlich in der Nase. Bedenken Sie auch, dass Ihre Nase nach kurzer Zeit Ihr Parfum adaptiert und Sie selbst Ihr Parfum nicht mehr wahrnehmen, Ihre Mitmenschen allerdings schon.

Eine richtig gute Dosierung ist, wenn andere Menschen Sie anziehend und charismatisch finden. Also Ihre Nähe und das Gespräch suchen und diese Sie gut riechen können. Wenn diese dann noch einen feinen Dufthauch wahrnehmen, den sie nicht zuordnen können, da Sie kein Parfum “von der Stange” tragen, dann ist das richtig gekonnt.

Das Mischen

Sie haben sich jetzt Gedanken gemacht, was Sie kreieren möchten und haben bereits eine Vorauswahl an ätherischen Ölen getroffen. Dann benötigen Sie jetzt erstmal jede Menge Riechstreifen und einen Kugelschreiber. Die Riechstreifen sind zum Mischen unerlässlich, sofern man sich noch kein Duftgedächtnis aufgebaut hat. Denn viele Aromaprofis benötigen zum Mischen eigentlich nur noch ihren Kopf und bauen sich in Gedanken Mischungen zusammen, da man mit der Zeit aus dem Gedächtnis heraus die Düfte “riechen” kann. Klingt jetzt ziemlich kompliziert, ist aber so.

Die Riechstreifen werden mit dem Namen des ätherischen Öles beschriftet und dann wird 1 Tropfen ätherisches Öl darauf getropft. Den Riechstreifen etwas in der Luft wedeln und dann erst daran riechen. Wenn Sie dies mit ihren Favouriten tun, können Sie mehrere Riechstreifen in die Hand nehmen und unter der Nase etwas wedeln. So bekommen Sie schon mal einen Gesamteindruck ihrer Mischung, können erkennen was noch fehlt, ergänzt oder weggenommen werden kann. Der Vorteil liegt darin, dass Sie die Riechstreifen problemlos austauschen können und zusammennehmen können, ohne gleich eine unschöne Mischung produziert zu haben.

Wenn Sie Ihr Endergebnis zusammengestellt haben, notieren Sie sich die ätherischen Öle und geben Ihrer Mischung einen klangvollen Namen. Das Aufschreiben, selbst bei nur vier Düften, ist unglaublich wichtig, da man später aus dem Gedächtnis heraus, die gleiche Mischung nur noch selten wieder zusammenbekommt.

Und jetzt vergessen Sie erstmal alles, was Sie bisher über Tropfenanzahl in Parfums und ihre weitere Zubereitung gelesen haben. Alles was Sie erstmal benötigen ist ein kleines Leerfläschchen von 5 ml. Denn darin kommen nun Ihre Düfte, ob dies nun 5 oder 50 sind. Und zwar in der Tropfenanzahl, die Ihnen vorschwebt oder die sich aus dem Riechen der einzelnen Komponenten ergeben. Ob Sie jetzt bei 10 Tropfen insgesamt bleiben oder das Fläschchen bis zum Rand füllen, ist egal. Sie haben sich Ihre Mischung mit der jeweiligen Tropfenanzahl notiert? Ein kleines Etikett mit dem Namen auf das Fläschchen geklebt, damit Sie Ihre Mischung hinterher wieder zuordnen können.

Und jetzt gilt es zu warten. Denn die ätherischen Öle benötigen eine Reifezeit zwischen zwei und vier Wochen, manche Mischungen benötigen auch etwas länger. In der Zwischenzeit können Sie das Ergebnis wiederum mit einem Riechstreifen kontrollieren, wobei es normal ist, dass manche Öle “untergehen” und erstmal nicht zu riechen sind oder die ganze Mischung auf einmal nach einem einzigen Duft riecht. Das Duftergebnis verändert sich täglich.

Nach der Reifezeit verändert sich das Duftergebnis allerdings nicht mehr und bietet nochmal Raum für Korrekturen.

Das Dosieren

Ist Ihre Mischung harmonisch, ausgewogen und perfekt, haben Sie nun eine Grundmischung, aus der Sie sich Ihr Parfum und weitere Pflegeprodukte herstellen können.

Sie müssen nun bedenken, dass Sie ein chemisches Vielstoffgemisch besitzen, dass in hoher Dosierung auf die Haut aufgebracht wird, Nebenwirkungen haben kann. Aus diesem Grund sind die unzähligen Vorschläge wie 40 – 70 Tropfen ätherisches Öl in eine 10 ml Grundlage für ein Parfum, wie man das oft lesen kann, viel zu hoch dosiert. Rechnen Sie das mal auf 100 ml Basisöl hoch – das wären dann im niedrigsten Fall 400 Tropfen ätherisches Öl und stellt eine 20 %ige Mischung dar. Aromatherapeutische Mischungen enthalten in der Regel 3 % ätherische Öle und diese werden immer nur kurzfristig angewandt.

Bestimmt sind Sie ebenso noch nie auf die Idee gekommen, sich ziemlich hautreizende ätherische Öle, wie z.B. Zimtrinde, Eichenmoos oder phototoxische Öle in hoher Konzentration auf die Haut zu geben. Bei einem Parfum allerdings kommt dies oft vor, da wir hier ja vom Duftergebnis ausgehen und uns nicht von der Wirkweise oder Biochemie der verwendeten ätherischen Öle leiten lassen.

Die Konzentrationen von industriell hergestellten Parfums aus synthetischen Duftstoffen und einem kleinen Teil veränderter ätherischer Öle auf naturreine ätherische Öle einfach zu übertragen, funktioniert so also nicht.

Machen Sie doch einfach mal den Test zur Probe. Nehmen Sie einen Riechstreifen und geben 1 Tropfen Ihres Parfums darauf. Wedeln Sie den Riechstreifen und atmen Sie ganz bewusst ein. Wie intensiv ist dieser eine Tropfen in der Nase wahrnehmbar? In welcher Entfernung können Sie ihn noch wahrnehmen? Sie werden überrascht sein, wie intensiv die naturreinen Düfte sind und in welcher Entfernung Sie Ihr Parfum noch wahrnehmen können.

Um ein Parfum herzustellen, haben Sie zwei Möglichkeiten: Ein Parfumöl oder eine wässrige Mischung zum Aufsprühen.

Ein Parfumöl herzustellen ist ganz einfach. Sie nehmen ein 10 ml Leerfläschchen und geben Jojobaöl hinein. Für Parfums ist Jojobaöl die erste Wahl, da es jahrelang haltbar ist und keinen ausgeprägten Eigengeruch besitzt. Dadurch kommen die Duftkompositionen wunderschön zum Tragen. Dann tropfen Sie die ätherischen Öle Ihrer Duftkomposition hinein und 2 – 3 Tropfen davon sind ausreichend. Denn damit besitzen Sie ein Dufterlebnis, das seine feine Duftaura um Sie herum entfaltet.

Bei einem Parfum zum Sprühen werden die ätherischen Öle in destilliertem Wasser oder einem Hydrolat gelöst. Bei einem Hydrolat muss natürlich dessen Duft zu der Parfumkomposition passen. Allerdings benötigen Sie hier einen Emulgator, der die ätherischen Öle mit dem Wasser verbindet. In der Literatur können Sie ständig lesen, dass man hier Alkohol verwenden soll. Der Alkohol hat jedoch den Nachteil, dass eine empfindliche Haut austrocknet und es ist sehr schwer, die Alkoholkonzentration so hinzubekommen, dass man ihn nicht aus der Komposition herausriecht. Denn bei einem Mischungsverhältnis von 10 Tropfen ätherischem Öl in ca. 5 ml Alkohol, haben Sie als erstes den Alkohol in der Nase und nicht ihre Duftkomposition.

Eleganter können Sie das Lösen, wenn Sie dafür Solubol verwenden. Dies ist ein rein pflanzlicher Emulgator, der aus der Aromatherapie heraus entwickelt wurde. Er dient eigentlich dazu, dass man ätherische Öle problemlos in Flüssigkeiten für die innerliche Einnahme auflösen kann. Da er jedoch, wie das Jojobaöl auch, kaum Eigengeruch besitzt und jahrelang haltbar ist, ist er optimal für die Parfumherstellung geeignet. Das Mischungsverhältnis beträgt 1 Tropfen ätherisches Öl auf 4 Tropfen Solubol.

Und hier reichen ebenso 2 – 3 Tropfen ätherisches Öl mit dem Emulgator versehen in 10 ml destilliertem Wasser oder Hydrolat.

Allerdings können Sie jetzt mit Ihrer Grundmischung noch mehr machen. Denn wie bei den industriell gefertigten Pflegeserien, können Sie in einer niedrigen Dosierung (10 Tropfen der Parfumgrundmischung in 100 ml Basisöl) auch After Shave, Bodyspray, Körperöl und Duschgel oder Badezusatz herstellen. Und jeder, der sich bisher aus z.B. 10 Tropfen Jasmin- oder Rosenöl ein 100 ml Körperöl hergestellt hat, weiß, dass 10 Tropfen hier schon zuviel an Duft sind.

Eine wunderschöne Duftkreation, die genau auf Ihren Typ und Ihre Eigenschaften abgestimmt wurde – ist magisch. Es ist ein uralter Zauber, der unsere Seele erhellt, schützt, sie emporträgt und träumen lässt. Ihre Duftkreation aus naturreinen ätherischen Ölen enthält die Lebenskraft und Seele der Pflanzen, eingefangen in ihren wunderschönen Duft. Und diese geben kontinuierlich ihre Eigenschaften an uns weiter.

Sie steigern unsere Wahrnehmung, Empfindungsfähigkeit und Charisma und entführen uns in einen Traum, in dem sich die Zeit aufhebt und unsere Seele auf geheimnisvolle und verführerische Weise berührt wird.

It’s magic!

 

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