Satureja.de
Protected by Copyscape Plagiarism Finder

 

Das Copyright liegt bei Gabriela Stark, Satureja.de

Nachdruck und kommerzielle Verwendung ist nicht gestattet! Zuwiderhandlungen werden rechtlich verfolgt.
Eine nichtkommerzielle Verwendung dieser Seite (auch auszugsweise) ist nur mit der Quellenangabe: Copyright Gabriela Stark, www.satureja.de
mit Verlinkung zur Homepage gestattet!

 

Die Qualität ätherischer Öle

 

Ätherische Öle werden mittels unterschiedlicher Analysemethoden untersucht, um deren Qualität festzustellen. Leider sind die gängisten Methoden sehr unzureichend um Verschnitte und Verpanschungen mit anderen ätherischen Ölen oder synthetischen Zusätzen festzustellen.

Und so muss man sich fragen, wer liefert die Analyse und wer kontrolliert diese. Denn in den meisten Fällen wird sich einfach auf das mitgelieferte Analysenzertifikat des Lieferanten verlassen, aber wer kontrolliert den Lieferanten auf Qualität?

Wer natürlich bereits den botanischen Namen und den deutschen Namen mit unterschiedlichen Pflanzen deklariert, hat zumindest eines - keine Qualität. Auch gibt es keine gesetzliche Regelung weder im deutschen oder europäischen Recht (auch nicht im LMBG), die regelt, dass die Bezeichnung “naturrein” ein naturreines Produkt darstellt. Hier wird nur das Wunschdenken der Verbraucher nach Qualität angesprochen.

Aber mit welchen Prüfmethoden wird die Qualität eines ätherischen Öles festgestellt?

Organoleptische Prüfung

Diese Prüfung dient dem Duft, Geschmack, Farbe und Konsistenz des ätherischen Öles, das von Fachleuten aufgrund Nasen- und Augenschein erfasst wird. Es ist eine rein optische und geruchliche Prüfung des ätherischen Öles.

Prüfung der physikalischen Kenndaten

Hier wird das spezifische Gewicht (Dichte), der Lichtbrechungs-Index, die optische Drehung (Polarisation) und die Löslichkeit in Alkohol erfasst. Dies sind langjährige Methoden, die im  Apothekenlabor erfasst werden können. Eine Identitäts-und Reinheitsprüfung stellen sie jedoch nicht dar.

Gaschromatografische Prüfung (GC)

Der absolute Standard ist leider immer noch die GC. Hier bestimmt man ein ätherisches Öl nach Inhaltsstoffen. Durch Druck auf das ätherische Öl wird die Menge der jeweiligen Moleküle und der Austrittszeitpunkt bestimmt. Anschließend vergleicht man die Inhaltsstoffe von bereits protokollierten und für gut befundenen Mustern mit dem Ergebnis, ob man es mit dem gleichen Öl zu tun hat.

Aber mit diesen Prüfmethoden lassen sich leider keine Verfälschungen in einem ätherischen Öl aufzeigen. Verfälschungen mit rein synthetischen Inhaltsstoffen und Verschnitten mit anderen ätherischen Ölen kommt man mit solchen Untersuchungen nicht auf die Spur.

Massenspektralanalyse (MS)

Mit der Massenspektralanalyse kann man industrielle Bearbeitungen und grobe Verfälschungen im ätherischen Öl aufdecken. Wer allerdings industriell bearbeitete ätherische Öle anbietet, der braucht für ein solches Verfahren kein Geld auszugeben, denn es macht wenig Sinn in Analysemethoden zu investieren, um seine eigenen Bearbeitungsschritte aufzuzeigen.

Bei dieser Methode kann man herausfinden

  • wenn fette Öle oder Lösungsmittel zum Strecken eines ätherischen Öles benutzt wurden
     
  • synthetische Substanzen, wie z.B. Benzylalkohol zugegeben wurden
     
  • Deterpeniert, d.h. dem ätherischen Öl (meist wird dies bei den Nadelhölzern praktiziert) wurden die Monoterpene entzogen
     
  • Rektifiziert, d.h. es wurden einzelne Inhaltsstoffe entfernt
     
  • wenn bei der Destillation nachlässig gearbeitet wurde

Verfälschungen mit synthetischen Inhaltsstoffen der einzelnen ätherischen Öle (wie z.B. synthetisches Linalool beim Lavendelöl) kann man allerdings mittels der MS nicht nachweisen.

Eantiomerentrennung oder chirale GC

Mittels der chiralen GC lassen sich selbst feinste Zugaben synthetischer Inhaltsstoffe nachweisen. Allerdings lassen nur die allerwenigsten Anbieter ihre gesamten ätherische Öle mittels chiraler GC analysieren. Denn mittlerweile gibt es die Pflicht nur für einige wenige ätherische Öle, die als sogen. Pharmazieöle gelten, eine chirale GC durchzuführen.

Rückstandskontrollierte ätherische Öle

Eine weitere Prüfmethode ist die Schadstofffreiheit und vor allem die Prüfung auf Lösungsmittelrückstände. Diese entstehen hauptsächlich bei der Extraktion mit Hexan, denn das Hexan wird anschließend mehr oder weniger abgedampft. Wer allerdings bei der Extraktion das verwendete Lösungsmittel nicht angibt oder gar Methoden zur Gewinnung nennt, die es gar nicht gibt, braucht sich um diesen Punkt auch nicht zu kümmern.

Ätherische Öle in immer gleichbleibender Qualität

Hinter diesem Begriff finden sich standardisierte ätherische Öle, die auf eine immer gleichbleibende Inhaltsstoffzusammensetzung gebracht wurden. Die Industrie benötigt eine solche Qualiät zur Herstellung von kosmetischen und Arzneimitteln. Dies vereinfacht den Herstellungsprozess um einiges, da die unterschiedliche Dosierung ätherischer Öle je Charge entfällt und das Ausgangsmaterial sehr preiswert ist.

Auf den Anbau der Pflanzen wird hier wenig geachtet, denn da eh mit synthetischen Verschnitten gearbeitet wird, ist es auch egal ob die Ernte hochwertige oder minderwertige Inhaltsstoffzusammensetzungen ergibt. Wichtig ist hier die robuste Sortenauswahl der Pflanzenzüchtungen, die maschinelle Ernte der Pflanze und die Ergiebigkeit des ätherischen Öles.

Am Beispiel Lavendel

Ein bekannter Vertreter ist hier der Lavendel Mont Blanc, der nicht wie der Name verspricht am Mont Blanc angebaut wurde. Denn dort finden sich schon lange keine Lavendelfelder mehr. Sondern die Handelsware, die unter diesem Namen vertrieben wird, weist einen Estergehalt zwischen 38 - 40 % auf. Liegt der Estergehalt des Ausgangsmateriales darunter wird mit synthetischem Linalool nachgeholfen. Man sollte bedenken, dass ein naturbelassenes Lavendelöl einen höheren Esterwert aufweist. Der Handelsbegriff Lavendel Barreme steht nicht für den wilden Berglavendel, der in aufwändiger Handarbeit gesammelt wird, sondern für einen standardisierten Estergehalt von 50 - 52 % .

Ein Chargensystem entfällt, denn eine standardisierte Ware mit immer gleichbleibenden Inhaltsstoffen braucht kein Chargensystem. Denn hier haben alle Öle, egal wann oder wo auf der Welt geerntet und verarbeitet wurden immer diesselbe Inhaltsstoffzusammensetzung.

Gute Herstellerfirmen

arbeiten mit ständigen Prüfungen, wie z.B. Prüfbogen, Rückstellmuster, Chargensystem und regelmäßigen Untersuchungen mittels Gaschromatographie, Massenspektralanalyse und chiraler Gaschromatographie.

Sie destillieren ätherische Öle selbst, legen Wert auf den Anbau der Pflanze oder unterhalten selbst Anbauprojekte.

Vor allem erkennen Sie gute Herstellerfirmen an ihrer Philosophie zu den Rohstoffen und der Umwelt und sie legen Wert auf Nachhaltigkeit. Ebenso sind viele davon Mitglied im Demeter-Bund, BDIH Arbeitsgruppen für Naturkosmetik und anderweitig zertifiziert.

Im Prinzip geht es allen darum vom Anbau der Pflanze bis hin zum fertigen Duft im Fläschchen Qualität zu bieten.

 

Zurück zur Übersicht

Alraunelinie