Myrrhe - Räucherpflanze und Anwendung

 

Botanischer Name 
Commiphora molmol
Commiphora abyssinica
Familie      
Burseraceae - Balsambaumgewächse

 

Inhaltsstoffe

Bitterstoffe, Gummi, Gerbstoffe, Harz und ätherisches Öl. Das ätherische Öl besteht aus Sesquiterpenen, Monoterpenen, Phenolen, Aldehyden und Ketonen.

Über den Wohlgeruch

Man unterscheidet bis zu 200 verschiedene Myrrhearten und sie wächst in den trockenen Gebieten von Ostafrika, Arabien und Indien. Die Harzgewinnung erfolgt zwischen Juni und August nach der Regenzeit. Dabei erntet man pro Baum ca. 3 - 4 kg pro Jahr.

Von der Heilwirkung der Myrrhe

Das Myrrhenharz hat eine lange Tradition als Heilmittel. Dabei wurde es meistens pulverisiert, in Öl oder Wein gelöst und so den unterschiedlichsten Präparaten beigegeben. Denn das Harz hat desinfizierende, schleimlösende, hautheilende und antivirale Eigenschaften. Von den unterschiedlichsten Heilern und Ärzten des Altertums gelobt und verwendet, über Paracelsus bis heute hat sie ihre unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten erhalten. Heute kennt man meist die Myrrhentinktur, die das Zahnfleisch stärken, Parodontose vorbeugen und den gesamten Mundraum desinfizieren kann.

Aber in antiken Zeiten beräucherten sich orientalische Frauen, da die Myrrhe ein wirksames Mittel bei unreiner Haut ist und auch bei Erkältungskrankheiten kann eine Myrrheräucherung hilfreich sein.

Zum Würzen des Weins wurde Myrrhe seit alters her genutzt. Im alten Rom wurden die Weinkeller und die gereinigten Weinfässer mit Myrrhe ausgeräuchert, um den Wein lange haltbar zu machen. In Griechenland wird noch heute geharzter Wein getrunken – fast jeder kennt den Retsina.

Myrrhe zum Räuchern

Das Harz hat, je nachdem von welcher Sorte es stammt, eine gelbliche bis grau-rote Farbe und ihr Rauch ist harzig, würzig und ebenso je nach Sorte bitter bis scharf. Sie fügt Räuchermischungen zu einem Ganzen zusammen und kann aber auch alleine gut verräuchert werden.

Myrrhe beinhaltet die Energie der Erde. Sie wirkt beruhigend, erdend, verlangsamt den Atem und fördert die Konzentration. Eine Myrrhe-Räucherung eignet sich, um uns Standfestigkeit zu verleihen, unseren Geist zu beruhigen und sinnlich zu stimmen. Myrrhe kann in das Mysterium der weiblichen Seite des Göttlichen einweihen und mit diesen Energien verbinden. Dabei bringt sie die geistige, seelische und materielle Welt wieder miteinander in Verbindung.

Mit einer Myrrheräucherung kann man Amulette, Talismane und Heilgegenstände segnen, energetisch aufladen und ihnen einen Schutz oder heilende Eigenschaften zusprechen. So kann man seine persönlichen Botschaften auf ein Amulett oder einen Talisman übertragen und sich seinen ganz individuellen Glücksbringer und Schutz kreieren.

Myrrhe ist eine schöne Zutat für eine Anrufungszeremonie, die uns helfen kann, Geist und Herz miteinander zu verbinden. Denn nicht immer ist das, was wir in unserer geistigen Klarheit für richtig erachten das, was unser Herz zum Singen bringt. Dann kommen wir in einen Zwiespalt, welcher Weg der richtige ist. Manchmal scheint auch gar kein Weg in Aussicht zu sein. Hier können wir uns mit unseren hilfreichen Geistern, Engeln oder Meistern, in einem Gebet oder einer Anrufung verbinden, um die Sprache unseres Herzens wieder zu verstehen und die Gefühle mit unserem Geist in Einklang zu bringen. Auch das Legen von Tarot- oder Engelkarten lässt sich in solchen Entscheidungssituationen unterstützen. Hinterher zeichnen sich dann meist ganz neue Möglichkeiten ab, mit denen wir die momentan anliegenden Probleme besser bewältigen können.

In allen Kulturen opferte man zu religiösen Zwecken, um Menschen, Tieren und Göttern zu danken und sie zu ehren. In einer kleinen Zeremonie kann man lieben Freunden lichtvolle Gedanken senden, sich bei fremden Menschen, die einem hilfreich zur Seite standen, bedanken oder einfach nur der Natur und des Lebens gedenken. Mit einer solchen Opferräucherung schaffen wir einen energetischen Ausgleich für eine empfangene Gabe.

Nach einer Myrrheräucherung erkennen wir wieder unseren eigenen Reichtum, finden Zufriedenheit, Ruhe und Harmonie und die glücklichen Momente in unserem Leben können wieder aufleben. Denn wahres Glück finden wir nicht in der materiellen Welt, sondern es lebt aus uns heraus.

In allen Liebeszaubermischungen lässt Myrrhe uns die Sinnlichkeit der Erde spüren. Sie ist das Symbol für den Schoß der Erde und die weibliche Sinnlichkeit in all ihren Facetten. Dabei fördert sie den Genuss und beschwört durch ihren Rauch Tausendundeine Nacht herauf. Heute weiß man, dass sie die Pheromonproduktion anregen kann. Pheromone sind unsere körpereigenen Signal-, Erkennungs- und Sexuallockstoffe, die unsere individuelle Ausstrahlung und Anziehungskraft prägen. Und so ist sie in sinnlichen Mischungen die geheimnisvolle und verführerische Note, die lockt, ermutigt und stärkt.

Astrologische Zuordnung

Myrrhe ist im Tierkreiszeichen dem Krebs zugeordnet. Menschen dieses Zeichens schätzen Wärme, Geborgenheit und haben einen ausgeprägten Familiensinn. Sie sind empfindsam, hilfsbereit, fantasievoll und verträumt. Und so kann eine Krebsräucherung dazu beitragen, dass wir unsere eigenen Gefühle wahrnehmen, auf unsere Emotionen hören und achten und Vertrauen in unsere Fähigkeiten stärken.

Myrrhe gehört zu den Räucherpflanzen des Mondes. Sie unterstützt unsere mystische, unbewusste und weibliche Seite und verbindet uns mit den Kräften des Mondes. Der Mond steht seit altersher für den Instinkt, die Intuition und die magischen und geheimnisvollen Seiten unseres Lebens. Er ist das Symbol der großen Mutter, der Mondin (vgl. lat. "Luna" - Weiblich), die unsere dunklen Seiten beherrscht. Eine Mondräucherung kann dazu beitragen, dass wir Dinge und Situationen, die geschehen, einfach annehmen oder auch loslassen können.

Rituelle Anwendung

Die Entstehungslegende der Myrrhe geht auf die Panyassis aus Halikarnoss zurück, die im 5. Jh. v. Chr. entstand: Myrrha war eine Königstochter, die durch einen Zauber Aphrodites sich in ihren Vater verliebte und ihn zwölf Nächte lang verführte. Die Liebesnächte blieben nicht ohne Folgen und Myrrha war schwanger. Als der König erkannte, wer ihn verführte, wollte er sein Kind töten. Verfolgt von ihrem Vater flüchtete Myrrha und bat die Götter sich unsichtbar zu machen. So wurde sie in einen Baum verwandelt und ihre Tränen wurden zum Myrrhenharz. Aber nach neun Monaten brach der Baum auf und ihr Kind Adonis wurde geboren.

Die Myrrhe ist eine der wichtigsten Räucherstoffe der antiken Kulturen. Bereits im Gilgamesch-Epos wird sie erwähnt. Denn der Urahn aller Menschen - Utanpischti - bedankt sich bei den Göttern für die Rettung aus der Sintflut mit einem Rauchopfer, das aus Zeder, Süßholz und Myrrhe bestand.

Im Alten Testament wird berichtet, dass Moses von Gott die Rezeptur für ein heiliges Salböl erhielt, dessen Bestandteil Myrrhe, Zimt, Kalmus und Cassia war. Im Hohelied Salomons wird die Myrrhe erwähnt und sie war auch eines der Geschenke, die die drei Weisen aus dem Morgenland Jesu zur Geburt schenkten.

Ägyptische Wandfriese erzählen über eine Expedition der Königin Hatschepsut, die fünf Schiffe ausschickte um Myrrhe- und Weihrauchbäume und andere aromatische Pflanzen ins Reich der Isis zu bringen. Auch dem Sonnengott Ra wurde nach einem bestimmten Ritus dreimal täglich geopfert. Bei Sonnenaufgang wurde Weihrauch, in der Mittagszeit, wenn die Sonne den höchsten Stand hatte, Myrrhe und bei Sonnenuntergang Kyphi verräuchert. Dabei waren Weihrauch und Myrrhe auch Bestandteile des Kyphi, das nach bestimmten Ritualen und unter Geheimhaltung der Zutaten von der Priesterschaft hergestellt wurde. Ebenso wurde die Myrrhe zum Einbalsamieren der Mumien verwendet.

Aber auch in Griechenland wurde sie als wichtigste Räucherpflanze geopfert und nach Euripides war sie eine der Räucherzutaten des Orakels von Delphi.

Räuchermischungen für die Seele

Isisräucherung

1 Teil Weihrauch
1 Teil Myrrhe
1 Teil Rosenblüten
1 Teil Styrax
1 Teil Muskatblüten
1 Teil Opoponax
1 Teil Zimtrindenpulver

Die Harze im Mörser zerkleinern, Muskat- und Rosenblüten zwischen den Handflächen zerreiben, Styrax und Zimtrindenpulver dazu geben, mischen und prisenweise verräuchern.

Eine alte ägyptische Räucherung, die uns mit dem ägyptischen Schöpfungsmythos verbindet. Sie schenkt uns Klarsicht, Visionen, Schöpferkraft, Kreativität und lässt uns neue Wege einschlagen. Auch nur zum abendlichen Räuchern ist die Isisräucherung einfach ein Genuss.

Das Thema der Göttin Isis ist sehr vielschichtig. Sie ist das Urweibliche, das lunare Prinzip und so dem Planeten Mond und dem Element Wasser zugeordnet. Ihre Rolle in dem ägyptischen Schöpfungsmythos, dessen Thema sich auch in unserem Christentum wiederfindet, entspricht der Mutter, die gebiert, nährt, verbindet, Grenzen überschreiten lässt und ihre unendliche Kreativität zum Ausdruck bringt. Sie steht für die mythische Verbindung zwischen Sonne und Mond, die Aussöhnung zwischen Kopf und Bauch und sie schafft es zwischen den absoluten Gegensätzen zu vermitteln.

Isis ist der weibliche Seelenteil, der seinen männlichen Gegenpart sucht und findet. Der Schöpfungsmythos trägt auch die Schwingen der Seelenpartnerschaft mit, da die Seele nach Platon in zwei Teile gespalten wurde und immer auf der Suche nach dem passenden Gegenstück ist. Nur Isis kann verbinden, was getrennt wurde und die Seele wieder zusammensetzen.

Die ausführliche Beschreibung unserer Räuchermischung “Isis” lesen Sie hier!

 

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Weiterführende Publikationen

Myrrhe - Ätherisches Öl und Anwendung

Die Myrrhe - Ein antikes Allheilmittel
in der Zeitschrift Miroque - Lebendige Geschichte Nr. 9 - II/2012, Verlag VK Histomedia GmbH

Biblische Düfte - Wohlgeruch aus dem ältesten Buch der Menschheit

 

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